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Tiger King – Raubkatzen und ihre Raubtiere (Netflix Original)

Worum geht es?

Laut Aussage der Doku befinden sich in den USA aktuell rund 5.000 – 10.000 Tiger im Besitz privater Personen. In Freiheit leben inzwischen nur noch knapp 4.000 Tiger. Kurz gesagt, in den einzelnen Folgen werden wir mitgenommen zu verschiedenen Personen, welche private Zoos haben, teilweise für sich selbst oder um damit Geld zu verdienen. Auch die Tierschutzorganisation Big Cat Rescue spielt eine wichtige Rolle. Tiger King wurde erst im März veröffentlicht und ist bereits die erfolgreichste Netflix Original Doku. Hauptprotagonist ist der skurrile Joe Exotic mit seinem privaten Tierpark.


Meine Meinung

Den aktuellen Hype um Tiger King kann ich gut nachvollziehen, denn die Doku ist wirklich packend. Sie hat alles, Liebe, Streit, Eifersucht, Mord und niedliche Tierbabys. Irgendwie zogen mich die einzelnen Charaktere in ihren Bann, sei es der absolut verrückte Joe Exotic, der den Tierpark einmal mit besten Absichten gegründet hat, für den dann aber Geld und Ruhm immer wichtiger wurden. Die Tierpfleger, einer hatte keine Beine und bunt angemalte Prothesen. Einer anderen wurde bei der Arbeit mit den Tieren von einem der Tiger der Arm abgebissen und sie war 7 Tage später schon wieder im Einsatz. Solche einzigartigen Menschen, mancher möchte sie vielleicht Eigenbrötler oder gar Freaks nennen, faszinieren einfach. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, den Menschen zuzuhören und ihnen wurde auch genug Zeit gegeben, zu erzählen. Ich war verblüfft, welchen klaren und reflektierten Blick die Pfleger auf ihr Leben hatten und wie glücklich sie mit wenig waren.

Auch andere Besitzer privater Tierparks wurden interviewt, aber der Hauptaugenmerk lag wie gesagt auf Joe Exotic und dessen Park. Dann gab es da noch die vermeintliche Mörderin Carole Baskin, die eine Tierauffangstation für Wildkatzen betreibt und natürlich den ganzen privaten Parks und Sammlungen ein Ende setzen will. Im Verlauf der Sendung ändert sich aber das Bild, denn unter Umständen hat sie ihren ersten, schwer reichen Ehemann ermordet, um an dessen Geld zu kommen. Auch gewinnt man immer mehr den Eindruck, dass sie nicht unbedingt die edlen Motive verfolgt, welche sie vorgibt. Äußerst schwierig sich hier festzulegen, auf mich hat sie einen Eindruck hinterlassen, der nicht zum gewollten Image passt, doch überzeugt euch selbst.

Nicht bestreiten kann man, dass der schwule Vokuhilaträger und stolzer Prinz-Albert-Piercingträger Joe Exotic ein schwieriger Mensch ist, der augenscheinlich nur sich selbst liebt. Er hat die Sendung „Tiger King“ und die Doku gemacht, um berühmt zu werden, das war der einfache Grund, sagen jedenfalls seine ehemaligen Mitarbeiter. Trotzdem fasziniert einen der Mensch, das skurrile Wesen und die schillernde Gestalt.

Alles in der Doku wirkt sauber recherchiert, Polizeiberichte und solche Dinge werden eingeblendet und mit Datum belegt. Besser als viele andere Dokus auf jeden Fall.


Fazit

Wer einen Netflix-Account besitzt oder mit nutzt, sollte sich einfach mal die Zeit nehmen und sich die paar Folgen zu Gemüte führen. Die meisten von euch werden nicht enttäuscht sein.

Mir hat es wirklich gut gefallen, aber das liegt ja auch daran, dass ich immer gerne die Erlebnisse von Menschen höre.

5 / 5 Sternen, weil die Doku alles hat, was mir gefällt.

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