Andy's

Zuletzt bei Netflix: Der Schacht (Filmrezension)

Düster, bedrückend und böse. So sind die Menschen, nicht nur im aktuellen meistgesehensten Netflixfilm „Der Schacht“ von Galder Gaztelu-Urrutia, der mit den Klassen der Gesellschaft spielt. Wenn man sich die aktuelle Situation in unserer Welt mit Corona und vielen egoistischen Menschen ansieht, passt der Grundgedanke des Films wirklich wie die Faust auf’s sprichwörtliche Auge.

Am letzten Samstagnachmittag, die Hausarbeit war erledigt, der Spaziergang abgehakt und sonst muss man ja grade zu Hause bleiben, habe ich mich an den Film gewagt. Zur Handlung möchte ich wie meistens wenig sagen. Nur so viel: es gibt eine vertikale Zellenanlage, auf jeder Ebene befinden sich zwei Häftlinge und in der Mitte ein großes Loch. Dabei wandert Essen von den oberen Ebenen nach unten hinab. Jeder kann sich gut vorstellen, wie viel in den unteren Ebenen davon noch ankommt.

Kaum begann der Film, musste ich an Cube denken, einen Film, den ich in meiner Jugend gesehen habe. Der Schacht reißt mich schnell in seinen Bann und ich kann nicht anders und frage mich „Wie würde ich mich verhalten? Würde ich teilen oder wäre ich egoistisch?“ Damit spielt der Film auch, denn natürlich ist in einem eckigen Raum nicht viel bildgewaltiges Material zur Verfügung, doch das tut der Spannung keinen Abriss.

Im letzten Abschnitt überschlagen sich dann die Ereignisse und es wird noch einmal richtig Fahrt aufgenommen. Keine Frage, die plötzliche Stilwende gefällt nicht jedem, ja manche werden sogar vorzeitig abschalten, mir gefiel es gut. Es wird brutaler und man fiebert mit den Protagonisten bis zum Ende.

Abschließend bleibt für mich zu sagen, wer keine Angst vor einem spannenden und bedrückenden Film hat, der soll brav zu Hause bleiben, sich vielleicht ins Bett kuscheln, das Rollo runter machen und dann den Schacht schauen. Ihr werdet auf eure Kosten kommen. Am besten aber nicht allein, denn über das was passiert, muss man einfach sprechen, so ist der Film aus meiner Sicht konzipiert.

Allgemeines zum Film

Drehbuch: David Desola, Pedro Rivero
Regie: Galder Gaztelu-Urrutia
Laufzeit: 94 Minuten
Erscheinungsjahr: 2019
Genre: Science-Fiction-Thriller
Meine Bewertung: 3,5 / 5 Sterne


Bildquelle: KINO&CO

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