Buchmomente

Was uns verbindet – Bücherliebe und Leseleidenschaft in Krisenzeiten

Die aktuelle, weltweite Krise ist für viele Menschen etwas, das sie noch nie erlebt haben und auch nie erleben wollten. Wer hätte sich so was auch ausmalen können? Wir, die wir in Frieden leben, in einer Gesellschaft, in der es alles und noch mehr gibt, in der Geschichten von Krieg und Entbehrungen nur die Großeltern erzählen oder wir im Geschichtsunterricht hören, wir aber auch nicht so richtig realisieren können. Und dann wird von heute auf morgen alles anders. Plötzlich sehen wir uns Situationen ausgesetzt, die wir nicht für möglich gehalten hätten. Plötzlich dürfen wir nicht mehr unsere Freunde und Familien treffen, uns nicht mehr spontan ins Lieblingscafé setzen oder verreisen. Viele mussten sich plötzlich im Home Office einrichten und versuchen, ihre Arbeit auch von Zuhause aus zu schaffen. Soziale Isolation und die Angst ums Finanzielle setzen uns zu. Von der Angst vor dem Virus ganz zu schweigen.

Was aktuell in der Welt passiert, ist etwas, von dem wir schon in Romanen gelesen haben. Dystopische Geschichten um eine Zukunft, in der sich die Menschen Gefahren stellen müssen, die Ängste und Sorgen wecken, die es nicht mal unsere Albträume geschafft hätten. Ich selbst lese sehr gern Dystopien. Mit Helden, die uns begeistern, die uns Mut machen. Jetzt können wir alle selbst Helden sein, indem wir so gut es geht Zuhause bleiben. Oder in Krankenhaus, Arztpraxis, Pflegeheim, Einzelhandel, Personenverkehr usw. weiter unseren Job gut machen. Und so dafür sorgen, dass alles irgendwie weiter funktioniert. Damit es irgendwann wieder gut wird, normal.

Was gibt uns Kraft in dieser schweren Zeit? Was schenkt uns Hoffnung? Was lenkt uns ab?

Auch wenn es banal klingt in einer solchen Krise über Bücher und das Lesen zu sprechen, so sorgt unser liebstes Hobby, unsere Leidenschaft doch für ein Stück Normalität. Dafür, dass wir dem Alltag für ein paar Stunden entfliehen können. Dass wir die Sorgen und Ängste für eine Weile vergessen können. Dass wir Mut, Kraft und Hoffnung schöpfen können.

Es gibt so viele herzerwärmende Geschichten, so viele Charaktere, die wir ins Herz schließen. So viele spannende Abenteuer, die uns völlig in ihren Bann ziehen. Es gibt so viele fantastische Welten zu entdecken. So viele knifflige Rätsel zu lösen. So viele witzige Dialoge, dass uns der Bauch vor lauter Lachen wehtut.

Zum Glück gibt es Bücher. Und Autoren, die uns wundervolle, spannende Geschichten schreiben. Verlage, die uns allen ermöglichen, diese zu lesen. Blogger, die uns ihre Lieblingsromane vorstellen. Leser, die sich mit anderen vernetzen um über das schönste zu sprechen, was es gibt: etwas, das uns verbindet. Die Liebe zum Lesen.

2 Comments

  • Reply
    Stef von BookieDreams
    20. April 2020 at 23:45

    Das hast du wirklich wundervoll geschrieben, Ally!
    Wie du es schon selbst gesagt hast: wir können alle Helden sein und ich habe in den letzten Wochen so viele wunderbare Alltagshelden gesehen, die das Leben hier am Laufen halten.
    Auch wenn es sicher noch etwas dauern wird, bis Normalität eintritt, haben wir vor allem eines gelernt: was wirklich wichtig ist und was man zum Leben braucht.
    Und zu sehen, wie es anderen Bloggern, Lesern, Abonnenten etc. geht, dass es ihnen nicht anders geht als uns, macht es dann wieder ein kleines bisschen normal, da wir immer noch das Bücheruniversum haben. <3

    • Reply
      Ally
      21. April 2020 at 10:58

      Danke für deine Worte liebe Stef! 🙂

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