Buchmomente

Über Social Media, Lesedruck und das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben

Ich liebe es, zu lesen. Ich liebe es, in Geschichten einzutauchen, Charaktere kennenzulernen und mit ihnen fantastische Abenteuer zu erleben. Ich liebe den Austausch über Bücher auf Social Media. Ich liebe es, durch Social Media Bücher, Genre und Autoren zu entdecken. Ich liebe es, mir Leseziele zu setzen. 40 Bücher möchte ich dieses Jahr lesen und auch einige andere Challenges will ich 2019 angehen, einfach, weil es mich motiviert.

Im Januar habe ich viel gelesen, für mich sind fünf Bücher viel. Ich weiß, dass andere zehn, fünfzehn Bücher im Monat lesen und, zugegeben, das hat mich häufig ganz schön unter Druck gesetzt. Oft fragte ich mich, warum schaffe ich es nicht, zehn Bücher im Monat zu lesen? Was machen die anderen anders? Manchmal fühlte ich mich vor allem abends regelrecht gezwungen, in meinem aktuellen Buch weiterzulesen, obwohl ich viel lieber eine Serie schauen würde. Aber ich muss doch jeden Tag lesen, um meine Leseziele zu erreichen. Oder?

Vor allem auf Instagram werden oft die gleichen Bücher gezeigt. Ein neues Buch erscheint, ein Hype entwickelt sich und jeder schwärmt von der Geschichte. Ich habe mich ständig dabei ertappt, wie ich überlegt habe, ein gehyptes Buch zu lesen, obwohl mich der Klappentext eigentlich überhaupt nicht angesprochen hat. Einfach, weil alle es lesen, muss ich es auch lesen. Oder?

Auch setzte ich mich häufig damit unter Druck, dass ich möglichst abwechslungsreiche Inhalte auf meinem Blog und Instagram zeigen möchte, also viele verschiedene Bücher aus unterschiedlichen Genres und von unterschiedlichen Autoren. Denn wenn ich immer wieder nur von denselben Büchern rede, jeden Monat nur zwei Bücher im Lesemonat vorstelle, ist das doch langweilig für euch. Oder?

Nein!
Beim Lesen geht es nicht darum, möglichst viele Bücher zu schaffen. Die Freude beim Lesen, das Mitfiebern mit den Protagonisten steht absolut im Vordergrund. Der inspirierende Austausch über Social Media (und natürlich auch offline) ist nur das Tüpfelchen auf dem i.

Niemand muss ein Buch lesen, was ihn nicht interessiert, nur weil es gerade überall gezeigt wird. Niemand sollte sich zum Lesen zwingen. Wenn ich zum Beispiel einen anstrengenden Tag hinter mir habe, entspanne ich mich abends manchmal lieber mit einer Serie oder Youtube-Videos. Und das ist vollkommen in Ordnung.

Mittlerweile gehe ich viel gelassener mit dem ganzen um. Natürlich habe ich noch ab und zu meine Zweifel und mache mir Gedanken, aber alles in allem lese ich, weil es mir Spaß macht, weil ich es liebe.
Und es ist nicht wichtig, wie viele Bücher ich euch vorstelle, wichtig ist mir, dass es Bücher sind, über die ich reden möchte, dass ich hinter meiner Meinung stehe und ich euch inspirieren kann.

Lest das, worauf ihr Lust habt. Lest so viel oder wenig, wie ihr wollt. Lesen kein Zwang oder Muss, Lesen ist ein Hobby, eine Leidenschaft.

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