Rezensionen

Nur wer sichtbar ist, findet auch statt (Tijen Onaran)

Zum Inhalt

Wie wir uns präsentieren und wie wir wahrgenommen werden, ist Teil unserer Persönlichkeit. Das Bild, das wir abgeben, und die Rolle, die wir spielen, sind elementar für unseren Erfolg im beruflichen wie im privaten Kontext. Tijen Onaran, bekannte Speakerin und Netzwerkerin, erklärt eindrucksvoll, wie man eine persönliche Marke aufbaut und wie man seine eigene Agenda findet. Tijens eigener Erfolg fiel ihr nicht einfach zu, denn zu Beginn ihrer Karriere wurde sie oft in Schubladen gesteckt. Wie wir unsere Wahrnehmung online in den sozialen Medien, aber auch offline, selbst gestalten können, das zeigt Tijen in »Nur wer sichtbar ist, findet auch statt«. Dabei berichtet sie von ihren eigenen Erfahrungen in der Politik und der Digitalbranche, von Rückschlägen, Lerneffekten und ihrer ganz persönlichen Markenbildung. Das Must-read in Sachen Personal Branding. (Zitat Klappentext)

Hier geht’s zum Buch.


Meine Meinung

Nach Aussage der Autorin ist ihr Buch wirklich für jeden etwas, egal ob Berufsanfänger, Gründer oder Führungskraft. Die Kernaussage ist, „Dinge selbst (…) in die Hand zu nehmen“ (Zitat Seite 23) und dass man für sich selbst einstehen, aktiv werden und sich selbst ins Gespräch bringen soll. Wenn wir etwas wollen, müssen wir uns auch mal selbst vorschlagen.

Tijen Onaran beschreibt die Findung der eigenen Stärken und wie man diese in eine Marke verwandelt. Mit vielen anschaulichen Beispielen und eigenen Erfahrungen gibt sie Tipps für das Anfangen, Durchhalten sowie Krisen und Selbstzweifel überwinden. Auch die Themen Digitalisierung und Social Media kommen nicht zu kurz. Gerade die Social Media nehmen (in der heutigen Zeit verständlicherweise) großen Raum ein. Hier sehe ich eine Aussage aber kritisch: „… im digitalen Zeitalter müssen sich alle Menschen mit dem Thema Personal Branding auseinandersetzen.“ (Zitat Seite 221) Meiner Meinung nach muss nicht jeder eine Marke oder auf Social Media aktiv sein. Wie anfangs schon erwähnt soll sich das Buch an jeden richten, doch die meisten Aussagen und Empfehlungen lassen erkennen, dass Personal Branding hauptsächlich etwas für Menschen ist, die Social Media nutzen und sich damit mit ihrer Einzigartigkeit etablieren wollen. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt, widerspricht für mein Empfinden aber der ersten Aussage.

Nicht nur für das persönliche Branding, auch was das eigene Unternehmen betrifft, erhält der Leser etliche Tipps.

Das Buch beinhaltet einige Denkanstöße zu Religion, Hetze im Netz und Bildung, die ich sehr interessant finde. Besonders was die Schule angeht:
In der Schulzeit lernen wir nicht, frei zu sprechen oder zu argumentieren, schon gar nicht Kritik anzunehmen. Jeder Mensch ist einzigartig und hat einen Unique Selling Point, aber in der Schule „werden wir in Klassenverbänden mit Gleichaltrigen vereint und verglichen“ (Zitat Seite 54), dabei sind individuelle Wissenstände und Entwicklungen egal. „Ein einzigartiges Talent zu fördern ist also nicht Teil des Bildungssystems.“ (Zitat Seite 55), vielmehr wachsen wir mit dem ständigen sich vergleichen auf. Ideen präsentieren, gute Vorträge halten, klar argumentieren – das alles lernen wir nicht in der Schule. Einzigartig sein bedeutet nicht besser als andere zu sein.
Diesen Aussagen kann ich nur zustimmen, genau so war es zumindest in meiner Schulzeit.

Challenges und Zusammenfassungen nach jedem Kapitel regen dazu an, aktiv zu werden.

Fazit

Das Buch regt in verschiedenen Themen zum Nachdenken an und gibt gute Tipps zum Thema „für sich selbst einstehen und aktiv werden“. Ich kann aber nicht zustimmen, dass das Buch etwas für jeden ist.


Allgemeines zum Buch

Autor: Tijen Onaran
Verlag: GOLDMANN Verlag
Erscheinungsdatum: 17.08.2020
Seiten: 256
Genre: Sachbuch/Ratgeber
Meine Bewertung: 3/5 Sterne

Unbezahlte Werbung, das Buch wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

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