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Leider enttäuschend – One of us is lying

Zum Inhalt

An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv.

Meine Meinung

One of us is lying stand lange sehr weit oben auf meiner Leseliste. Ich habe mich so auf das Buch gefreut und hatte richtig Lust, eine spannende Geschichte zu lesen. Leider konnten mich aber weder die Figuren noch die Handlung oder der Schreibstil fesseln. Kurz habe ich sogar darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen, aber ich wollte wissen, ob ich mit meiner Theorie zu Simons Tod richtig liege.

Fünf Schüler der Bayview High School, die unterschiedlicher nicht sein könnten, müssen zusammen nachsitzen. Simon beschreibt zu Beginn der Stunde wie in einer Ansprache die „Positionen“, die seine vier Mitschüler an der Schule haben: Prinzesschen, Sportskanone, Intelligenzbestie und Outlaw. Daraufhin leert er einen Becher Wasser in einem Zug, lässt diesen mit einer dramatischen Geste fallen und erleidet plötzlich einen allergischen Schock. Das unterschiedliche Verhalten der vier anwesenden Mitschüler wird hier gut beschrieben und der Leser bekommt einen ersten Eindruck von den Charakteren. Sie versuchen zu helfen und tun was sie können, doch für Simon ist es zu spät, er verstirbt kurz darauf im Krankenhaus. Als die Polizei herausfindet, dass Simon an diesem Morgen einen Post in seiner App About That veröffentlichen wollte, in dem die schlimmsten Geheimnisse der vier Mitschüler, die am Tag seines Todes mit ihm nachsitzen mussten, enthüllt werden, geraten die „Bayview Four“ in Verdacht, Simon gemeinsam ermordet zu haben.

Beim Lesen habe ich schnell drei Theorien entwickelt, wer Schuld an Simons Tod war, eine davon hat sich am Schluss bewahrheitet. Ich möchte euch nicht spoilern, deswegen werde ich nicht auf meine Überlegungen eingehen. Für mich war das Ende sehr vorhersehbar und erkärt etwas, warum die Geschichte nicht reißerischer und packender erzählt wurde.

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven der vier Protagonisten erzählt, wodurch man diese nach und nach besser kennenlernt. Mir waren die Handlungen und Empfindungen der Charaktere aber zu oberflächlich, einzelne Handlungen wurden zwar gut beschrieben, danach wurde aber kaum noch auf das Ergebnis oder die Folgen dieser eingegangen. Vielleicht hätte die Autorin maximal drei Protagonisten wählen sollen, dann hätten die Figuren mehr Tiefe bekommen und der Leser hätte auch mehr über die Nebenfiguren erfahren können. Besonders schade fand ich, dass eine der Nebenfiguren, die am Ende eine zentrale Rolle spielt, viel zu detaillos geschildert wurde. Welche Bedeutung diese an Simons Tod hat, wird mir viel zu wenig ausgeführt.

Charakterentwicklung ist in Romanen wichtig, das hat mir in One of us is lying gefehlt. Addy hat in meinen Augen als einzige eine Entwicklung durchgemacht. Auf den ersten Blick wirkt sie wie das typische High School Prinzesschen: sie sieht mit ihren langen Haaren umwerfend aus, hat einen tollen Freund, ist beliebt. Doch die Fassade bröckelt und als ihr größtes Geheimnis gelüftet wird, lernt sie, wer sie wirklich ist, und auch, wer ihre wahren Freunde sind.
Die Entwicklung ihres Freundes Jake war für mich am Ende zwar überraschend, aber irgendwie nicht nachvollziehbar. Auch an dieser Stelle möchte ich nicht spoilern, ich bin aber sehr auf eure Meinungen zu Jakes Rolle im „Mordfall Simon Kelleher“ gespannt.

Fazit

Die Geschichte trieft nur so vor Klischees und erinnert mich sehr an Pretty Little Liars, war aber nicht so spannend, wie ich es mir gewünscht hätte. Das Buch enthält für mich zu wenig überraschende Wendungen, die Geheimnisse der vier Protagonisten waren nicht schockierend, sondern vorhersehbar und obwohl ich die „Auflösung“ gut fand, hätte ich mir eine gefühlvollere Beschreibung gewünscht. Denn Simons Tod war dramatisch, die Beweggründe seines Mörders fanatisch. Hätte sein Tod verhindert werden können?

Zitat*

„Ich bin der allwissende Erzähler.“
„Die Rolle gibt’s in Teenie-Filmen nicht.“
„Im wahren Leben schon.“

Allgemeines zum Buch

Autor: Karen M. McManus
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 26.02.2018
Seiten: 448
Altersempfehlung: ab 14 Jahre
Meine Bewertung: 2/5 Sternen

*Zitat aus dem Buch „One of us is lying“ von Karen McManus, erschienen im cbj-Verlag, Seite 20

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