Rezensionen

Ich sehe was, was du nicht siehst (Mel Wallis de Vries)

Zum Inhalt

Emma ist verschwunden. Das letzte Mal haben ihre Freundinnen sie auf dem Weihnachtsfest gesehen. Seitdem gilt sie als vermisst. Zwar fehlt sie Lilly, Anouk, Bo und Mabel, dennoch beschließen die Mädchen schweren Herzens, den mit Emma geplanten Urlaub auch ohne sie anzutreten. Doch im Ferienort haben die Freundinnen das Gefühl, beobachtet zu werden. Als dann das T-Shirt in Bos Tasche auftaucht, das Emma trug, als sie verschwand, sind alle sich sicher: Emmas Mörder hat es auch auf sie abgesehen! (Zitat Klappentext)

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Meine Meinung

Bisher hatte ich noch keinen Jugend-Thriller gelesen, der Klappentext versprach aber viel Spannung und Nervenkitzel – die ich definitiv bekommen habe.

Die Geschichte beginnt eher ruhig, wir lernen die vier Protagonisten kennen, vier Freundinnen, auf dem Weg zum gemeinsamen Campingurlaub nach Frankreich. Dabei werden einige Charaktereigenschaften und Eigenarten deutlich, die jede der Figuren einzigartig macht trotz diverser Klischees. Da sind die toughe, draufgängerische Bo. Die sensible, eher ängstliche Lilly. Die paranormal-begabte Anouk. Und Mabel, die ein Geheimnis um ihre Liebe hütet und im Urlaub anfängt, mit ungesundem Essen gegen ihre gute Herkunft zu rebellieren. Und dann gibt es noch Emma, das Mädchen, das vor einem halben Jahr spurlos verschwunden ist.

Aufgrund der Kürze des Romans lernt der Leser die Protagonisten nur oberflächlich kennen und erfährt wenig über sie, es reicht aber aus, um sich von allen ein Bild zu machen und deren Handlungen nachzuvollziehen. So habe ich beim Lesen einige Überlegungen angestellt, was wohl mit Emma passiert ist und was ihre Freundinnen damit zu tun haben. Die Autorin versteht es, Hinweise in die Geschichte zu packen, die den Leser zur Lösung des Falls bringen sollen. Ob dies dann am Ende auch tatsächlich der Wahrheit entspricht oder ob alles anders ist, als es scheint, wer weiß?

Nach dem Kennenlernen der Protagonisten nimmt die Spannung schnell zu. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen. Ich konnte es einfach nicht zur Seite legen, trotz des immer stärker werdenden unguten Gefühls beim Lesen. Der Roman spielt mit einer unterbewussten Unruhe, die immer wieder deutlich zeigt, dass irgendetwas nicht stimmt. Wohin ist Emma verschwunden? Was ist ihr Schlimmes zugestoßen? Und was geht auf dem Campingplatz vor sich? Wer ist hinter den Freundinnen her?

Ich muss sagen, dass ich das Ende zum Teil erwartet hätte, aber nicht in diesem Ausmaß. Natürlich werde ich euch nicht spoilern, aber wer aufmerksam liest, wird erkennen, was mit Emma passiert ist. Die Auflösung ist meiner Meinung nach schlüssig, auch wenn das Ende in einigen Punkten offen gehalten ist.

Fazit

Ein packendes Jugendbuch, das mich nach dem Lesen weiter beschäftigt hat. Nach den letzten Seiten musste ich erst mal meine Gedanken sortieren. Neben den tragischen Ereignissen, die mich sehr mitgenommen haben, hält das Buch auch einige Denkanstöße bereit. Wir alle sollten vielleicht einmal öfter hinter die Fassade eines Menschen blicken, bevor wir uns ein Urteil bilden. Wir sollten Anzeichen ernstnehmen und hinterfragen, bevor es zu spät ist. Wir sollten Freundschaften pflegen und auch in Ausnahmesituationen füreinander da sein. Ein offenes Ohr, eine Schultern zum Ausheulen kann manchmal Schlimmeres verhindern und viel mehr helfen, als uns in dem Moment bewusst sein mag.


Allgemeines zum Buch

Autor: Mel Wallis de Vries
Verlag: ONE Verlag
Erscheiungsdatum: 30.04.2020
Genre: Jugend-Thriller
Seiten: 229
Meine Bewertung: 4/5 Sterne

Unbezahlte Werbung, da ich das Buch kostenfrei als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten habe, vielen Dank!

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