Andy's Rezensionen

Ich brauche Liebe (Klaus Kinski)

Zum Inhalt

„… Sie sind der Gegensatz des Roboters, des programmierten Computers, der Metall-Struktur und des Stahl-Betons … Ja, Sie leben und atmen wie ein freies Tier … Sie sind das pulsende Leben, das wir vergessen haben … Sie haben die Mähne des Löwen, den Blick des Adlers, das Lächeln des Wolfes, die raue Schönheit des tobenden Meeres und die wilde Hässlichkeit der schmelzenden Lava, blutrot, wie ein blutendes Herz, am Abhang des düsteren Vulkans … Sie sind der Mann, von dem man immer wieder sprechen wird, aber an den sich niemand mehr erinnern kann … die Legende … Mensch zu sein …“ (anonymer Brief an Kinski, Paris 1989) – (Zitat Klappentext)

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Meine Meinung

Eine Figur wie er hat immer polarisiert und entweder mochte man ihn, oder eben nicht. Er war cholerischer Narzisst durch und durch, äußerst unangenehm zu den meisten Menschen und auch an seinem eigenen Kind soll er sich vergangen haben.

Natürlich kannte ich Klaus Kinski bereits, bevor ich mir das Buch bestellt habe. Oft habe ich schon seine Videos gesehen, in denen er wegen Nichtigkeiten an die Decke geht. Er hielt sich für den Messias, seiner Meinung nach war nur er der richtige, der beste Schauspieler. Klaus Kinski war krank und lebte wohl oft in seiner eigenen Welt, jedenfalls wurde das in einer interessanten Doku über ihn erzählt, die ich vor einiger Zeit sah. Ich mache mir immer gern selbst ein Bild und so war sein Buch schnell bestellt. Die Erwartung war groß, aber mir war auch bewusst, das es dieses Buch wohl nur gab, weil Kinski mal wieder pleite war und dringend Geld brauchte. Falls jemand von euch Klaus Kinski nicht kennt, findet ihr hier einen kurzen Abriss seines Wesens.

Das Buch erwies sich für mich als schrecklich fad und strotzte nur so von Selbstüberschätzung. Kinski war aus seiner Sicht einfach der Größte, er musste Frauen nur einmal ansehen und sie schliefen mit ihm. Alle Regisseure warfen sich ihm an den Hals und natürlich fanden ihn seine Zuschauer perfekt. Nach etwas mehr als hundert Seiten und der bestimmt dreißigsten Frau, die er in einem Busch oder wo auch immer vernascht hatte, war es für mich genug.

Es war mir einfach zuwider diese reinste Form der Selbstbeweihräucherung weiter zu lesen. Macht euch gern selbst ein Bild davon. Ich finde dieses Buch so schlimm übertrieben. Doch wie ich immer sage, Geschmack ist verschieden und mich würde eure Meinung dazu sehr interessieren, weswegen ich dem ersten, der sich hier meldet, das Buch sehr gern schenke.

Kinski scheint in seinem Buch vollkommen unreflektiert zu sein und gibt, wenn mal etwas nicht so ist, wie er es gern haben möchte, immer anderen die Schuld, ein äußerst schwieriger Charakter augenscheinlich.


Fazit

Wer den Menschen Kinski liebt oder verehrt oder wie auch immer man es nennen möchte, dem wird dieses Buch gefallen. Jedoch muss man sich pro Seite durch mindestens eine, mal mehr mal weniger detaillierte Sexgeschichte kämpfen. Anfangs noch interessant, wirkt es schnell an den Haaren herbeigezogen und man fühlt sich in einen schlechten Porno versetzt. Wem der Satz „Warum liegt hier Stroh?“ etwas sagt, der kann sich die Tiefe des Inhaltes bereits perfekt vorstellen.
Wer mehr über ihn erfahren möchte, dem bringt sein Buch absolut nichts, denn man kann schlicht und ergreifend die Wahrheit von der Fiktion nicht unterscheiden.
Getreu dem Motto von Jonathan Frakes: „Sie glauben diese Geschichte war frei erfunden?“ So fühlt es sich beim Lesen auf jeden Fall an.


Allgemeines zum Buch

Autor: Klaus Kinski
Verlag: Heyne Verlag
Erscheiungsdatum: 1. Auflage (Januar 1991)
Genre: Biografie und Erinnerung
Seiten: 496
Meine Bewertung: 0/5 Sterne

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