Rezensionen

Der Marsianer (Andy Weir)

Zum Inhalt

Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden: Als einer der ersten Menschen in der Geschichte der Raumfahrt betritt er den Mars. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes … (Zitat Klappentext)

Meine Meinung

Dieses Buch gibt mir den Glauben an die Menschheit zurück. Auch wenn das jetzt vielleicht pathetisch klingt, so ist „Der Marsianer“ eins der hoffnungspendenden Bücher, das ich jemals gelesen habe. Es ist unglaublich zu sehen, wie verschiedene Länder und unterschiedliche Kulturen zusammenarbeiten, um einen einzelnen Menschen zu retten. Von Glücksgefühlen durchströmt und mit Freudentränen in den Augen blieb ich nach dem Ende dieses Meisterwerks zurück. Besonders eindrucksvoll ist die ganze Thematik im gleichnamigen, bildgewaltigen Film mit Matt Damon als Mark Watney umgesetzt. Hier bleibt am Ende wirklich kein Auge trocken und ich bin jedes Mal aufs Neue von Hoffnung und Freude erfüllt.

Bevor ich überhaupt wusste, dass es sich beim Marsianer um eine Buchverfilmung handelt, gehörte der Film bereits zu meinen absoluten Favoriten. Dann habe ich zufällig bei einem Bücherverkauf auf Instagram das Buch entdeckt und ohne Nachzudenken bestellt. Der fünfhundert Seiten dicke Wälzer hat mich ab dem ersten Satz in seinen Bann gezogen. Beim Lesen hatte ich stets Matt Damon vor Augen und konnte mir durch den Film alles wunderbar vorstellen.

Der Roman ist wie ein Logbuch geschrieben, in dem Protagonist Mark Watney seine Erlebnisse auf dem Mars festhält für den Fall, dass es jemals jemand zu lesen bekommt. Er erklärt zunächst kurz, wie die Marsmissionen funktionieren und welche technischen Geräte und Vorräte bereits Jahre im Voraus unbemannt zum Mars geschickt wurden, damit die Crew nach dem 124 Tage dauernden Flug zum Mars alles lebenswichtige zur Verfügung hatte. Durch einen glücklichen Zufall überlebt Mark Watney einen äußerst starken Sandsturm, durch den die Mannschaft zum Abbruch der Mission gezwungen war. Jedoch erwacht er aus seiner Ohnmacht und findet sich mutterseelenallein auf einem fremden Planeten wieder, zwischen 56 und 401 Millionen km (je nach Umlaufbahn) von der Erde entfernt. Nüchtern und sachlich schildert Mark seine offen gesagt beschissene Situation: keine Verbindung zur Crew oder der Erde, bei Versagen des Sauerstoffaufbereiters erstickt er, bei Versagen des Wasseraufbereiters verdurstet er, wenn die Wohnkuppel nicht aushält, explodiert er. Und sollte er doch überleben, wird ihm irgendwann sein Proviant ausgehen, also verhungert er. „Also bin ich wohl im Arsch.“ 1

Doch positiv und optimistisch wie er ist, geht er es an und unternimmt alles, um auf dem Mars zu überleben und eine Chance zu haben, nach Hause zurückzukehren. Während seiner Schilderungen lernt man einiges über die technischen Details, die man aber nicht unbedingt alle verstehen oder sich merken muss, um der Geschichte zu folgen. Ich habe die vielen Informationen über den Mars, das Weltraumprogramm der NASA und die technischen Raffinessen regelrecht aufgesogen, da ich mich sehr für diese Themen interessiere. Die Karte der Marsoberfläche im Gebiet „Arabia Terra und Umgebung“ vorn im Buch hilft dem Leser, sich die Entfernungen und geografischen Gegebenheiten vorstellen zu können. Ich habe beim Lesen des öfteren zu dieser Karte geblättert.

Mit Humor und bildlichen Beschreibungen erzählt Andy Weir eine realistische Geschichte, die zum Nachdenken, aber auch zum Träumen anregt. Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Seiten fliegen trotz der technischen Erklärungen nur so dahin. E-Mails, Chatprotokolle und Zeitungsausschnitte runden das Ganze ab. Wir erfahren nicht nur aus der Ich-Perspektive, bei der Mark Watney den Leser direkt anspricht, von den Erlebnissen auf dem Mars sondern auch was die Crew auf der Heimreise zur Erde sowie das Team der NASA und andere, an der Rettung beteiligte Personen, erleben. Der Schreibstil ist entsprechend angepasst, aber immer gleichbleibend toll und die Geschichte durchweg spannend.

Fazit

Eine spannende Mission, ein Kampf um Leben und Tod auf einem weit entfernten Planeten und eine Menschheit, die zusammenarbeitet, um ein Menschenleben zu retten – Andy Weir hat mit „Der Marsianer“ ein Meisterwerk erschaffen.

Ich habe es so genossen, dieses Buch zu lesen und würde am liebsten sofort wieder in die Geschichte eintauchen. Den Film habe ich bereits viele Male gesehen und immer, wenn aktuelle Schlagzeilen mich runterziehen, schaue ich mir diesen Film an oder blättere im Buch – beides schenkt mir jedes Mal so viel Hoffnung und lässt mich glauben, dass alles gut wird, wenn wir nur alle zusammenhalten.


Allgemeines zum Buch

Autor: Andy Weir
Verlag: Heyne
Seiten: 509
Genre: Science Fiction
Meine Bewertung: 5/5 Sterne

1 Zitat aus dem Buch „Der Marsianer“ von Andy Weir aus dem Heyne Verlag, Seite 18

Hier geht’s zum Buch.

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