Rezensionen

Der Astronaut (Andy Weir)

Zum Inhalt

Als Ryland Grace erwacht, muss er feststellen, dass er ganz allein ist. Er ist anscheinend der einzige Überlebende einer Raumfahrtmission, Millionen Kilometer von zu Hause entfernt, auf einem Flug ins Tau-Ceti-Sternsystem. Aber was erwartet ihn dort? Und warum sind alle anderen Besatzungsmitglieder tot? Nach und nach dämmert es Grace, dass von seinem Überleben nicht nur die Mission, sondern die Zukunft der gesamten Erdbevölkerung abhängt. (Zitat Klappentext)

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Meine Meinung

„Der Marsianer“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher und ich liebe auch die Verfilmung. Könnt ihr euch vorstellen, wie begeistert ich war, als ich erfahren habe, dass ein neues Werk von Andy Weir erscheint? Und wie begeisterter ich das Buch verschlungen habe? Und wie absolut begeistert ich war, als ich nach dem Ende gelesen habe, dass auch dieses Meisterwerk verfilmt wird? Ihr bemerkt wahrscheinlich meine Begeisterung, aber mal im Ernst: ich liebe dieses Buch. Nicht ganz so sehr wie den Marsianer (An Mark Watney wird nie jemand rankommen.), aber auch die Geschichte des Astronauten hat mich absolut umgehauen.

Ich muss gleich vorneweg sagen, dass ich kaum etwas zur Handlung sagen werde, denn Spoiler würden euch den Lesespaß und viele Wow-Momente nehmen. Und was alles in diesem Roman passiert, ist einfach unglaublich und alles, was ich auch nur andeuten könnte, wäre ein Spoiler. Ich liebe es, dass der Klappentext nichts verrät, außer, dass ein Mann in einem Raumschiff aufwacht und scheinbar die Menschheit retten muss. Ganz langsam erinnert er sich daran, warum er im Weltall und was seine Mission ist. Die Geschichte wird dabei in zwei Zeitachsen erzählt: das aktuelle Geschehen an Bord der Hail Mary und in der Vergangenheitsform der Weg dahin. Diese Erzählweise mochte ich sehr.

Protagonist Ryland Grace ist mir als Charakter etwas blass geblieben, ich hätte gern noch mehr über ihn erfahren. Gut gefallen hat mir, dass er die Dinge anpackt, probiert und im Falle eines Scheiterns nicht aufgibt sondern es einfach noch mal versucht, bis er eine Lösung hat. Dabei scheut er sich nicht, Hilfe anzunehmen.
Es gibt aber jemanden, den ich sofort und im Laufe der Handlung immer mehr in mein Herz geschlossen habe. Ich werde nicht verraten, wen ich meine, aber wenn ihr das Buch lest, werdet ihr direkt erkennen, um wen es geht. An zwei Stellen ist mir das Herz gebrochen und ich musste im letzten Teil ein paar Tränen verdrücken.

Der Schreibstil und die Art, wie Ryland spricht und denkt, erinnern sehr an Mark Watney aus „Der Marsianer“: locker, ehrlich und auf den Punkt gebracht. Ich mag das sehr gern. Außerdem haben mich die Dialoge und Rylands Ausdrucksweise oft zum Lachen gebracht. Beispiel: Kaffee bei Schwerelosigkeit aus einem Beutel mit Strohhalm trinken ist „Wie Caprisonne für Erwachsene.“ (Zitat Seite 233)
Ab und zu musste ich das Buch aber auch zur Seite legen, um das Gelesene zu verarbeiten, es ist schonungslos ehrlich und der Grund für Rylands Mission gar nicht so abwegig für unsere Realität.
Die Handlung ist so bildlich beschrieben, dass ich nicht nur alles vor mir sehen konnte, nein es war, als wäre ich mit an Bord des Raumschiffs und würde fremde Welten erkunden. Die Abbildung der Hail Mary vorn im Buch hat dabei sehr geholfen.

Das Ende ist einfach perfekt! Es gibt viele Möglichkeiten, wie die Geschichte enden könnte und ich ahnte ab einem gewissen Punkt, wie der Roman ausgeht. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Schluss nicht allen gefällt, aber für mich gibt es kein passenderes Ende. Ein paar Fragen bleiben offen und ich hätte über manche Dinge gern mehr gewusst, aber dass ein bisschen Raum für Spekulationen bleibt, gefällt mir.

Da es sich um einen Science Fiction-Roman mit einer Weltraum-Mission handelt, gibt es viele technische und wissenschaftliche Details. Ich persönlich finde das super interessant und beschäftige mich schon viele Jahre mit dem Universum, Planeten usw. Aber ich möchte gern darauf hinweisen, da der Roman gespickt ist mit Fachbegriffen, wissenschaftlichen Experimenten und Theorien und das manche vielleicht stört. Man muss aber nicht alle Details verstehen, um der Handlung folgen zu können.

Leider ist mir eine Sache negativ aufgefallen, die mir die Geschichte etwas schwer gemacht hat: Abgesehen von den Rechtschreibfehlern gab es auch viele logische Fehler, bei denen ich mich ständig gefragt habe, ob ich es einfach nicht verstehe oder ob das tatsächlich falsch ist. Im Buch kommt beispielsweise eine Temperatur immer wieder vor und an einer Stelle steht statt 96,415 plötzlich 91,415. Das ist noch ein harmloses Beispiel, wenn innerhalb von wenigen Zeilen aber elf, dann acht und wieder elf Tage als Reisedauer angegeben sind, dann stört das schon erheblich den Lesefluss. Die ganzen Unkorrektheiten haben der Geschichte an sich nicht geschadet, es hat mich nur oft im Lesen unterbrochen und ich finde es schade, dass es solche Fehler ins Buch geschafft haben.

Fazit

„Der Astronaut“ hat mir sehr viel Spaß gemacht und mir eine so großartige Lesezeit beschert, dass ich nach dem Ende einen richtigen Bookhangover hatte. Das Thema kann uns irgendwann tatsächlich in der ein oder anderen Weise betreffen und ich hoffe, dass wir spätestens dann endlich alle zusammenarbeiten. Freundschaft und Zusammenhalt sind die zentralen Themen des Romans und damit zeigt Andy Weir genau das, worauf es wirklich ankommt.

Ein absoluter Pageturner, durchweg spannend, unterhaltsam, überraschend und mit vielen Wow-Momenten, die mir den Atem raubten.

„Der Astronaut“ ist mein Jahreshighlight und ich kann es jetzt schon kaum erwarten, das Buch noch mal zu lesen kurz bevor der Film erscheint.


Allgemeines zum Buch

Autor: Andy Weir
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 10.05.2021
Seiten: 555
Genre: Science Fiction
Einzelband
Meine Bewertung: 5/5 Sterne

Unbezahlte Werbung, das Buch wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

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